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Die Schwarzwaldklinik

 

Hatschi. Alle waren verschnupft. Und zwar buchstäblich. Gaby Dohm nieste, Sascha Hehn nieste, und auch ich fühlte ein widerliches Kribbeln in der Nase, als ich mit Verena Peter (Dr. Plessers) auf der Parkbank saß. "Kommen Sie oft hierher, Frau Kollegin?" fragte ich, als wir uns "zufällig" mit unseren Hunden auf dem Waldweg trafen.

"Nein, nur manchmal." Verlegen mied sie meinen Blick. Und ich sollte in dieser und den nächsten Folgen der einzige sein, der nicht bemerkte, dass die Anästhesistin in mich verliebt war.

"Und spricht etwas dagegen, diese zufälligen Begegnungen zu wiederholen?" fragte ich erwartungsvoll und schmiß in der nächsten Sekunde die Szene. Hatschi! Ich nieste. Alles lachte. Ähnliche Zwischenfälle machten unseren Dreharbeiten immer wieder schwierig. So auch, als wir im Mai '87 in den Schwarzwald fuhren.

Laut Drehbuch war Sommer, nur: das Wetter im Schwarzwald spielte nicht mit. Schon seit Tagen schneite es, Sonne musste künstlich erzeugt werden. Während wir obenherum in Sommerkleidern spielten, wärmten wir wenigstens unsere Füße in Moon Boots und hüllten uns nach jeder Klappe in dicke Wintermäntel.

Das Wetter spielte uns oft einen Streich in diesen drei Jahren: nicht selten drehten wir unter einem Regendach bei künstlichem Licht und mussten den Ton später nachsynchronisieren, weil unsere Stimmen durch den aufs Dach prasselnden Regen unverständlich geworden waren.

Ein ganz anderes Problem war unser kleiner Benjamin. Daniel Hettwer, unser Benjamin des Jahres 1984, war längst zu alt, als wir im Sommer '86 mit der Fortsetzung begannen. Dann fanden wir ihn, unseren neuen Benjamin, im einjährigen Schwarzwälder Buben Andreas Winterhalder. "Ein alter Profi", schwärmte Regisseur Hans-Jürgen Tögel.

Der Kleine schmiß keine Szene. Benjamin lächelte, stand oft im Drehbuch. Und das klappte immer.

Doch Andreas' Mutter wollte nicht zu den Studioaufnahmen mit nach Hamburg kommen. Und so mussten wir Brinkmanns uns an unser drittes Kind gewöhnen: den kleinen Carlos. Aber der zeigte keinerlei Neigung zur Schauspielerei. Kameras und Scheinwerfer störten ihn, wir, seine "Eltern" störten ihn, vor allem störten ihn Fotografen.

Fototermin mit 40 Fotografen bei der "Taufe" des Kleinen in einer Kirche in Hamburg. Bevor jedoch jemand auf einen Auslöser drücken konnte, bekam Carlos einen hysterischen Schreikrampf, in den er sich immer mehr hineinsteigerte, bis er einen Erstickungsanfall bekam.

Die verstörte Mutter nahm ihr Kind und verließ fluchtartig den Drehort. Wir waren ratlos - bis Frau Winterhalder ein Einsehen hatte und mit Andreas doch noch nach Hamburg kam. Unser Familienleben war gerettet.

Und Andi meine ganze Wonne. Erinnern Sie sich? Christa war in Konstanz, Frau Michaelis beim Wandern mit unserem Nachbarn, und ich mit einer Aushilfs-Haushälterin allein. Ich schmiß sie raus, versorgte mein Kind selbst, machte die Betten. Sie hatte Benjamins Milch in den Kühlschrank gestellt...

Später nahm ich Benjamin mit in die Klinik, wo sich alle auf dem Boden um ihn versammelten. Mühlmann, Oberschwester Hildegard, die Ärzte. Und alle versuchten sich in der Babysprache, die ich so hasse. "Das Kind spricht deutsch!" fuhr ich mein Team an.

Der "Schwarzwaldklinik" verdanke ich im übrigen auch eine "kosmetische" Entdeckung - aber genauer gesagt, ich verdanke sie Jochen Schroeder, unserem geliebten "Mischa". Eines Abends in Hinterzarten tauschten wir kosmetische Geheimnisse aus. Beide müßten wir eigentlich Brillen tragen. Aber seit diesem Gespräch verzichte ich vor der Kamera sowohl auf meine Brille als auch auf Kontaktlinsen - das ergibt so einen seelenvollen Blick...

Auch Jochen Schroeder spielte lieber "blind" als mit Haftschalen.

Wir beide waren drei Jahre lang ein gutes Team. Ich persönlich ziehe übrigens privat eine Brille vor - man kann sich so herrlich hinter ihr verstecken.

Und eitel bin ich sowieso nicht - nicht im Rahmen meiner Arbeit, da bin ich zu jeder Hässlichkeit bereit. Privat sieht es etwas anders aus, wenn die Haare immer weniger werden, und die wenigen immer grauer...

"Und was machen wir mit den grauen Schläfen?" fragte mich letztes Jahr vor einer Live-Sendung der Maskenbildner. "Na, wegschminken natürlich!" sagte ich. "Du spinnst ja", sagte Udo Jürgens, der neben mir in der Maske saß. "Ich wünschte, ich würde endlich graue Haare bekommen."

 

 

 

 

 

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