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Die Schwarzwaldklinik

 

Ich habe mir alles von der Seele gschrieben, was mich als Professor Brinkmann und als Schauspieler Klausjürgen Wussow bewegt hat. Jetzt möchte ich zum guten Schluss noch meinen Film-Sohn, Sascha Hehn, und dem Erfolgsproduzenten Wolfgang Rademann zu Wort kommen lassen.

 

Wie aus dem Playboy ein Arzt wurde

 

Von Sascha Hehn

Was war im Frühling 1984. Wir drehten in Südamerika bei 40 Grad im Schatten. "Traumschiff". Wolfgang Rademann nahm mich mit ernstem Gesicht beiseite.

"Ich muss Dir was Trauriges sagen." Neugierig, aber auf alles gefasst, sah ich ihn an.

"Wird schon nicht so schlimm sein."

"Doch." Rademann machte eine effektvolle Pause. "Ich drehe nämlich eine neue Serie. Ein Super-Knüller für's Abendprogramm. In der Hauptrolle: Eine Klinik im Schwarzwald."

"Na und?" Ich begriff noch immer nicht. "Für Dich ist da keine Rolle drin, Sascha. Du passt da nicht rein. Nichts für so einen Playboy, der Du nun mal bist."

Ich hob die Schultern. "Schade."

Dieses Gespräch lag viele Wochen hinter mir - und ich hatte es, ehrlich gesagt, längst vergessen - als mich im Mai ein Anruf im Urlaub in Südfrankreich erreichte.

"Du musst sofort zwölf Bücher lesen!" tönte Wolfgang Rademanns Stimme in meinem Ohr.

"Was für Bücher?" fragte ich verständnislos.

"Na, die 'Schwarzwaldklinik'! Die ersten 12 Folgen!"

"Die sehe ich noch früh genug im Fernsehen - nächstes Jahr", gab ich zurück.

"Das glaube ich nicht", sagte Rademann. "Jedenfalls nicht, wenn Du nicht langsam aufwachst. Du spielst nämlich eine wichtige Rolle. Den Udo Brinkmann."

"Udo Brinkmann? Und wer soll das sein? Ein Steward im Schwarzwald? Oder was?"

"Nein." Jetzt ließ Rademann die Bombe platzen. "Ein Arzt!"

Als ich die Drehbücher gelesen hatte, wusste ich: Das wird was! Und ich habe es nie bereut, zugesagt zu haben. Ich konnte beweisen, dass mehr in mir steckt, als ein oberflächlicher Playboy-Darsteller, ein Frauenliebling, der es nur auf lange Beine und schöne Augen abgesehen hat.

"Schwarzwaldklinik" - seichte Unterhaltung? Vermarktung? Da halte ich es mit Willy Millowitsch, der einmal sagte: "Die Leute sollen mich nicht verehren, sie sollen mich lieben."

Ich bin Volksschauspieler, einer zum Anfassen, und das will ich bleiben. Wir haben Serien am laufenden Band. Wo aber haben wir einen Schauspieler wie Klausjürgen Wussow, der geliebt wird wie ein richtiger Chefarzt?

Fortsetzung folgt? Wenn man nicht rechtzeitig fragt, werde ich sicher nicht nein sagen - zu einer Fortsetzung der "Schwarzwaldklinik".

 

Es lebe die neue "Schwarzwaldklinik"

 

Von Wolfgang Rademann

Ich würde einer Fortsetzung unter vier Bedingungen gerne zustimmen.

1. Die Besetzung. Es gibt keinen anderen Brinkmann als Wussow - eine derartige Glaubwürdigkeit bei der Besetzung passiert einem Produzenten nur ein paarmal im Leben. Ein absoluter Glückstreffer.

Auch Sascha Hehn muss bleiben. Er hat selbst mich überrascht. Er hat eine phänomenale Entwicklung genommen vom "Traumschiff"-Steward zum Charakterdarsteller. Über die Rolle von Gaby Dohm wird man nachdenken müssen - die Ehe der Brinkmanns hat sich erschöpft.

2. Die Lust es Autors. Hat Herbert Lichtenfeld Freude an neuen Folgen, hat er Zeit, fällt ihm etwas ein?

3. Der Sendeplatz. Für absehbare Zeit ist der Samstagabend - 19.30 Uhr-Termin - ausgebucht. Andererseits kommt eine Verkürzung der "Schwarzwaldklinik" nicht in Frage. In 20 oder 30 Minuten kann man keine Geschichte erzählen.

4. Die finanzielle Absicherung. Alle wollen nicht unbedingt mehr, aber auch nicht weniger verdienen.

Wenn alle diese Bedingungen erfüllt sind, taucht das nächste Problem auf: Es dauert mindestens ein Jahr, bis neue Bücher geschrieben, ein weiteres Jahr, bis neue Folgen produziert sind. Vor Herbst 1991 könnte deshalb die "Schwarzwaldklinik" nicht wieder auf den Bildschirm zurückkehren. Und dann ist sie in Vergessenheit geraden. Oder?

Dennoch: Wo ein Wille ist, ist auch eine Fortsetzung aus heutiger Sicht möglich. Nach dem Motto: Die "Schwarzwaldklinik" ist tot. Es lebe die neue "Schwarzwaldklinik"!

 

 

 

 

 

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