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Die Schwarzwaldklinik

 

Herbert Lichtenfeld (†)

 

 

Herbert Lichtenfeld, geboren am 16. Juni 1927 in Leipzig, war einer der erfolgreichsten Fernsehautoren in Deutschland. Er schrieb nach eigenen Angaben insgesamt 300 Drehbücher. Viele seiner von ihm verfassten Serien, Episoden und Spielfilme wurden große Erfolge. 

Nach dem Abitur und einem begonnen Musikstudium in Leipzig siedelte Herbert Lichtenfeld 1950 in die Bundesrepublik über. Dort war er als Reporter für mehrere Tageszeitungen tätig. Nach den Stationen u.a. beim Badischen Tageblatt im Murgtal und der Neuen Rhein Zeitung in Köln wurde er in den 60er Jahren Leiter des Ressorts Fernsehen bei der Zeitschrift HÖRZU. Herbert Lichtenfeld begann zu dieser Zeit Bücher, vor allem Hörspiele, zu schreiben. Seit 1968 arbeitete er hauptberuflich als Drehbuchautor. Gleich sein erster Fernsehfilm "Deutschlandreise" (1970, NDR) wurde mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet. 

Wenig später begann die Zusammenarbeit mit dem damals noch unbekannten Regisseur Wolfgang Petersen. Zusammen entwickelten sie für die ARD-Fernsehreihe "Tatort" den Kieler Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf). Die bedächtigen wie ebenso raffinierten Episoden der Finke-"Tatorte" hatten beim Zuschauer großen Erfolg, die Einschaltquoten lagen zum Teil über siebzig Prozent. Höhepunkt war die Folge "Reifezeugnis" (1977) mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg, über eine Liebesbeziehung zwischen einem Lehrer und einer Schülerin. 

Während Wolfgang Petersen zum Kino wechselte und heute erfolgreich in Hollywood arbeitet, blieb Herbert Lichtenfeld seinem Genre treu. Er schrieb weiterhin vor allem Drehbücher für den "Tatort", aber auch für andere Krimireihen wie "Der Alte". 

Auch außerhalb des Krimigenres verfasste Herbert Lichtenfeld zahlreiche Bücher für Hörspiele, Fernsehfilme und Fernsehserien. Seine Drehbücher waren immer sehr spannend und detailreich, die Sprache bis zu den Dialogen hin sehr genau, oftmals nicht ohne einen Schluss Ironie - so wie er selber sich aus Überzeugung nicht als Literat oder gar als Weltverbesserer verstanden wissen wollte, sondern die Bezeichnung "Gebrauchsautor" mit dem Satz akzeptierte: "Wie schön für einen Autor, wenn er gebraucht wird!" 

Herbert Lichtenfeld wird oftmals als Erfinder der "Schwarzwaldklinik" bezeichnet. Doch die Idee, eine Serie über ein Krankenhaus im Schwarzwald zu drehen war im ZDF schon geboren, als 1985 Produzent Wolfgang Rademann Lichtenfeld beauftragte, die Drehbücher zu schreiben. Eine richtige Entscheidung, wie sich zeigen sollte. Die oftmals als kitschig kritisierte Mutter aller Krankenhausserien wurde zum größten Serienerfolg des ZDF. Bis zu 25 Millionen Zuschauer schalteten ein, als Professor Brinkmann seinen weißen Kittel überzog. Bis zum Ende der "Schwarzwaldklinik" 1988 schrieb Herbert Lichtenfeld sämtliche Drehbücher. 1987 erfand er ebenfalls für das ZDF seine eigene Arztserie "Der Landarzt". Die Geschichten um den Arzt Dr. Matthiesen (Christian Quadflieg) im fiktiven Städtchen Deekelsen (Schleswig-Holstein) war ebenfalls erfolgreich und wird bis heute fortgesetzt. Bis 1997 schrieb Herbert Lichtenfeld für die Serie die Drehbücher. 

Herbert Lichtenfeld wurde somit Ende der 80er / Anfang der 90er, vor allem durch den Erfolg mit der "Schwarzwaldklinik" zu einem der meistbeschäftigten Drehbuchautoren im deutschen Fernsehen, vor allem für Serien im ZDF. Er schrieb u.a. "Das Traumschiff", "Hotel Paradies" (1990), und "Unsere Hagenbecks" (1991). Auch mehrere erfolgreiche Fernsehfilme stammen aus Lichtenfelds Feder, wie "Vater wider Willen" (1995/ARD). Lichtenfelds letzter Film "Jugendsünde" (mit Harald Juhnke) lief 2000 in der ARD.

Herbert Lichtenfeld starb plötzlich und unerwartet am 11. Dezember 2001 in Hamburg.

 

 

 

 

 

Recherchiert und zusammengefasst von: Simone Rein

 

Eingestellt: 15.02.2011

 

Quelle: Internet

 

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