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Die Schwarzwaldklinik

 

1989

 

 

Schlagzeile im Januar

 

70 Folgen "Schwarzwaldklinik" -

was machen die Stars jetzt?

 

Seit Monaten sind die letzten der insgesamt 70 Folgen der "Schwarzwaldklinik" abgedreht. Insgesamt wurden 208 961 Meter Film verbraucht und 684 Rollen galt es zu besetzen. Darunter: Gert Fröbe, Hannelore Elsner, Günter Strack oder - demnächst zu sehen - David Cameron.
Für die Stammbesetzung stellt sich jetzt aber die Frage, was sie nach dem Ende der "Schwarzwaldklinik" machen. Klausjürgen Wussow begann nach dem Ende eine Theatertournee, Gaby Dohm beantragte beim Arbeitsamt in München Arbeitslosengeld; eine - wie Fernsehkollegen versichern - völlig normale Sache, Sascha Hehn spielt am Hamburger Theater den "Egmont" und Barbara Wussow geht mit Jochen Schroeder auf Theatertournee.
Wolfgang Rademann hat schon konkrete Pläne für die Zukunft. Nach der Hotelserie auf Mallorca steckt er schon wieder mitten in der Arbeit für eine neue Serie: Insel der Träume. Gaby Dohm wurde schon für eine Gastrolle verpflichtet.

 

 

Schlagzeile im März

 

Nie wieder Patienten in der "Schwarzwaldklinik"

 

"Die Flamme verlöscht . . . ! Die Schwarzwaldklinik brennt am Ostersonnabend, 25.3.89, mit der 70. Folge ihr Finale ab. Die Erinnerung bleibt. Wir ziehen Fazit. Schönen Gruß - Wolfgang Rademann". Der Produzent der Erfolgsserie läutete mit diesem Brief vor einigen Tagen das Ende ein.
Vier Jahre lang sorgte die "Schwarzwaldklinik" für Schlagzeilen (z.B. Vergewaltigung, berufstätige Mütter), aber mit immer hohen Einschaltquoten - teilweise über 60 %.
Wolfgang Rademann: "Die Geschichte lag damals sprichwörtlich auf dem Boden herum und hat nur darauf gewartet, aufgehoben zu werden. Wir waren ja in Deutschland fast das einzige Land, das keine Krankenhaus-Serie hatte. Da hab` ich mir dann gedacht: Gut, wenn die anderen nicht wollen, dann bücke ich mich eben selber. Die Leute sind immer krank und gehen immer zum Arzt. Von daher ist auch das Interesse an so einem Thema da."
Es kam, wie es kommen musste: Die bundesdeutschen Ärztespiele wurden in 34 Länder verkauft, die Hauptdarsteller sind so beliebt, dass sie von Fan-Scharen umlagert werden und das Glottertal erlebte einen bisher einmaligen Touristenboom von Zuschauern, die live die Originalschauplätze erleben wollten.
Wolfgang Rademann: "Ich bin nicht enttäuscht, dass die 'Schwarzwaldklinik' jetzt nach 70 Folgen zu Ende ist. Das war eine freie Entscheidung von mir. Ich bin aber vom ZDF ein bisschen enttäuscht, dass man diese Thematik nicht weiterverfolgt."
ZDF-Redakteur Gerd Bauer: "Wir haben ja bewusst darauf geachtet, dass die 70. Folge nicht mit einer Katastrophe endet, sondern sehr happy mit Resignation, Einsicht und neuem Glück. Letztlich haben wir uns damit alle Möglichkeiten offengehalten." Nach angemessener Pause hält er eine eventuelle Fortsetzung für durchaus denkbar.
ZDF-Programmdirektor Oswald Ring hingegen: "Sogar Serien können nicht ewig laufen. Die auch jetzt noch sehr hohen Einschaltquoten bezeugen die Professionalität, mit der diese Serie von allen Beteiligten produziert wurde. Die 'Schwarzwaldklinik' darf aber nicht als kränkelnder Patient von uns scheiden. Die alte Weisheit, dass man aufhören soll, wenn es am schönsten ist, wird von allen Beteiligten geteilt."

 

 

Schlagzeile im März

 

Schluß mit der Schwarzwaldklinik - 
warum eigentlich?

 

Das fragt sich auch der Produzent der erfolgreichsten deutschen Fernseh-Serie aller Zeiten. Vom ZDF hat es nie eine Anfrage für weitere Folgen gegeben. Es wären aber noch jede Menge schöne Episoden drin...
Am Samstag, dem 25.03. um 19.30 Uhr, wird die 70. und letzte Folge der "Schwarzwaldklinik" ausgestrahlt. Eine Fernsehserie, die Geschichte gemacht hat, die in 42 Ländern verkauft wurde, im Schnitt 18 Millionen Zuschauer hatte, 751 Drehtage, 684 Darsteller, 208 691 Filmmeter und 18 250 Kostüme. (Davon war das Hochzeitskleid, das Barbara Wussow in der letzten Folge trägt, mit 4 900 Mark das teuerste). Beeindruckende Zahlen und dazu noch eine hervorragende Sehbeteiligung. Produzent Wolfgang Rademann, der die Einschaltquoten seiner Serie auf gelben Zetteln immer in seiner Brieftasche bei sich hat: "Es waren meine vier schönsten Berufsjahre. Dieser Erfolg ist nicht zu wiederholen." Jeder amerikanische Produzent würde Leute für verrückt erklären, die eine Serie absetzen, die mit Abstand am liebsten sind. Der ansonsten so schlagfertige Rademann druckst herum: "Um ehrlich zu sein, mich hat keiner vom ZDF ernsthaft gefragt, ob wir die Serie verlängern sollen. Also bleibe ich dabei, aufzuhören."
Auch der Autor Herbert Lichtenfeld wurde zu keiner Zeit gefragt, ob er noch Stoff für weitere Folgen hätte. HÖRZU tat es. Lichtenfeld scheint die Frage gar nicht zu gefallen. Er wiegelt ab: "Es ist nicht an mir, ein Signal zu geben. Da müssen Sie sich an das ZDF wenden." Trotzdem: Hätten Sie noch Stoff? "Natürlich, man könnte die Rollen der Oberschwester Hildegard, die des Verwaltungsdirektors und des anderen Personals ausweiten. Wenn man uns motivieren und gewisse strukturelle Dinge lösen lassen würde, dann ginge schon noch einiges." 
Einer jedenfalls hat schon reagiert: Die ARD.  Günther Pfitzmann ist nun in der Serie "Praxis Bülowbogen" ohne Konkurrenz. Just in dem Moment wo die "Schwarzwaldklinik" schließt, wird seine Serie von 52 auf 92 Folgen verlängert.

 

 

Schlagzeile im April

 

Das große Pokern um die "Schwarzwaldklinik"

 

Seit dem Ende der "Schwarzwaldklinik" klingeln ununterbrochen die Telefone beim ZDF. Immer mehr Zuschauer fordern eine Fortsetzung. Auch bei Wolfgang Rademann steht das Telefon nicht still. Die Folge: Seit ein paar Wochen hat ein regelrechtes Pokern um neue Abenteuer der "Schwarzwaldklinik" eingesetzt.
Der Mainzer Privatsender SAT.1 hat jetzt überraschend Interesse an neuen Geschichten um Professor Brinkmann und Co. angemeldet. Nach Ende der "Schwarzwaldklinik" nahm SAT.1 den Kontakt zu Wolfgang Rademann auf. SAT.1-Geschäftsführer Jürgen Doetz: "Wir waren ganz nah dran, die 'Schwarzwaldklinik' fortzusetzen."
Das ZDF bot  nach der Absage an Sat.1 Wolfgang Rademann an, in Zukunft die Serie im Vorabendprogramm als 30-Minuten-Folgen fortzusetzen. Rademann lehnte jedoch ab.
Da zwischen den Sendern längere Zeit Funkstille herrschte, ging SAT.1 davon aus, dass das ZDF in Kürze eine Fortsetzung im eigenen Programm verkünden würde.

 

 

 

 

 

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