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Die Schwarzwaldklinik

 

Die Schuldfrage (1)

 

 

Der Zug mit Professor Brinkmann und Schwester Christa auf dem Weg nach Westerland. Währenddessen in der "Schwarzwaldklinik". Elena Bach trifft Udo auf dem Klinikflur.

Elena Bach: Ist der Chef frei?

Udo: Total frei. So frei, dass er gar nicht da ist.

Elena Bach: Was heißt das?

Udo: Er ist nach Sylt gefahren. Irgend so ein Ärztekongress. Das ist ihm plötzlich eingefallen.

Elena Bach: Er wollte dazu meinen Kommentar.

Udo: Na dann geben's sie doch Dr. Wolters. Er macht die Vertretung für den erkrankten Dr. Schäfer. Für operative Notfälle kommt Professor Brösinger aus Freiburg rüber.

Elena Bach: Ahja.

Udo: Hat er ihnen das gar nicht gesagt?

Elena Bach: Ich hatte gestern meinen freien Tag. Und auf schwarze Bretter habe ich noch nicht geschaut.

Oberschwester Hildegard kommt vorbei und spricht eine Patientin an.

Oberschwester Hildegard: Frau Möritz, ich hab's ihnen doch schon zweimal gesagt. Schwester Christa macht Urlaub auf Sylt. Die können sie jetzt nicht sprechen. Gehen sie bitte wieder in ihr Zimmer. (zu Udo und Elena Bach) Sie begfreift es nicht.

Udo: Tja, nun wissen sie's.

Elena Bach: Bitte?

Udo: Ich muss ins Labor. Entschuldigen sie mich.

Professor Brinkmann und Schwester Christa kommen auf Sylt an. Währenddessen in der "Schwarzwaldklinik" im Ärztezimmer. Elena Bach telefoniert. Udo kommt und hört das Gespräch mit.

Elena Bach: Ja, wenn es ginge würde ich gerne zurückkommen. Wenn das Kollegium über eine Neubesetzung schon entschieden hat ist meine Anfrage natürlich gegenstandlos. Sicher komme ich woanders unter. Dankeschön. Wiederhören.

Udo kommt rein.

Elena Bach: Es war damals nicht so wie sie's vielleicht dachten.

Udo: Wie dachte ich denn?

Elena Bach: Es war nicht so.

Udo: Na schön. Dann war's eben anders. So oder so, was macht das schon. Ich akzeptiere sie.

Elena Bach: Ja? Zu spät.

Udo: Das würde ich nicht sagen. Ich glaube, dass ein Chefarzt und eine Krankenschwester...

Elena Bach: Ein Stationsarzt und eine Krankenschwester wäre passender, meinen sie.

Udo: Ach du lieber Gott, das ist doch alles dummes Gerede, Klatsch und Tratsch.

Elena Bach: Na dann wollen wir uns mal nicht an dem Klatsch und Tratsch beteiligen.

Udo: Sicher.

Elena Bach verlässt das Ärztezimmer. Dr. Rens tritt ein.

Dr. Rens: Was hat sie denn?

Udo: Sie will wieder weg.

Professor Brinkmann und Schwester Christa machen einen Sparziergang auf Sylt.

Prof. Brinkmann: Und nun?

Schwester Christa: Das frage ich dich.

Prof. Brinkmann: Nun gehen wir gut essen. Einverstanden?

Schwester Christa: Einverstanden.

Professor Brinkmann und Schwester Christa im Restaurant. Eine Kellnerin bringt die Rechnung.

Kellnerin: Bitte sehr.

Prof. Brinkmann: Dankeschön.

Professor Brinkmann bezahlt.

Schwester Christa: Und nun?

Prof. Brinkmann: Und nun?

Schwester Christa: Das frage ich dich.

Prof. Brinkmann: Nun werde ich ein Taxi nehmen und nach Westerland zurückfahren müssen.

Schwester Christa: Ahja?

Prof. Brinkmann: Natürlich bringe ich dich vorher noch in deine Pension.

Schwester Christa: Ahja.

Beide sehen sich an.

Professor Brinkmann bringt Schwester Christa zur Pension.

Prof. Brinkmann: Tja, wie komme ich hier an ein Taxi?

Schwester Christa: Tja, wie? Na komm'.

Professor Brinkmann und Schwester Christa gehen in die Pension.

Prof. Brinkmann: Oh, ich müsste mal telefonieren.

Schwester Christa: Möchtest du einen Kaffee?

Prof. Brinkmann: Wo nimmst du jetzt einen Kaffee her?

Schwester Christa: Na, aus der Bar.

Prof. Brinkmann: Aha.

Schwester Christa: Ich hab' schon oft Urlaub hier gemacht, weißt du? Die kennen mich. Ich gehöre schon fast zur Familie.

Prof. Brinkmann: Aha. Naja, dann hätte ich lieber ein Bier.

Schwester Christa: Ein Bier.

Prof. Brinkmann: Ja.

Schwester Christa holt eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank.

Schwester Christa: Bitte sehr. Na? Wird dir nicht heiß?

Prof. Brinkmann: Naja, ein bisschen schon.

Schwester Christa: Na dann zieh' doch den Mantel aus.

Professor Brinkmann zieht den Mantel aus und folgt Schwester Christa ins Wohnzimmer.

Prof. Brinkmann: Es ist gemütlich hier.

Schwester Christa: Ja. Du darfst dich sogar setzen.

Prof. Brinkmann: Ahja?

Christa lacht.

Prof. Brinkmann: Komm', lach nicht. Wenn jetzt jemand kommt, hmm?

Schwester Christa: Naja, es kommt niemand. Und wenn jemand kommt, dann sage ich: Darf ich bekannt machen, das ist Professor Brinkmann (schmunzelt).

Schwester Christa holt eine Zahnbürste hervor.

Prof. Brinkmann: Woher...

Schwester Christa: Am Bahnhofskiosk gekauft, zusammen mit der Zeitung. Ich sah sowas kommen.

Prof. Brinkmann: Ahja? Na, ich geb' zu es ist bezaubernd. Ich hab' natürlich auch daran gedacht für uns in Westerland ein Doppelzimmer...

Schwester Christa: Wir haben eins.

Prof. Brinkmann: Ach, wir haben eins.

Schwester Christa: Komm'.

Schwester Christa nimmt Professor Brinkmann an die Hand und führt ihn ins Schlafzimmer.

Prof. Brinkmann: Und morgen früh wenn wir beide aus dem Zimmer kommen und... und das Personal...

Schwester Christa: Du siehst doch, es sind beide Betten bezogen, Klaus. Ich hab' vom Restaurant aus angerufen und gesagt, dass ich nicht alleine komm'.

Prof. Brinkmann: Christa, Christa, Christa, Christa (kopfschüttelnd).

Schwester Christa: Du willst es doch auch. Oder? Bist nur ein bisschen umständlich.

Prof. Brinkmann: Aber es gehört sich doch nicht, dass eine Frau die Initiative ergreift.

Schwester Christa: Aus Liebe ist alles erlaubt.

Prof. Brinkmann: Ahja? Aber... umständlich, bin ich das wirklich?

Schwester Christa: Nicht als Arzt. Als Liebhaber bist du allerdings ein bisschen von gestern.

Prof. Brinkmann: Achso? Ach.

Professor Brinkmann und Schwester Christa küssen sich.

In der Schwarzwaldklinik. Elena Bach und Dr. Wolters im Waschraum.

Dr. Wolters: Alles in Ordnung?

Elena Bach: Jaja, völlig unproblematisch. Haben wir inzwischen einen Neuzugang?

Dr. Wolters: Nein nein. Wenn sie jetzt Schluss machen wollen ich übernehme.

Elena Bach: Oh, das wär' prima. Ich ähm... ich hab' noch eine dringende Besorgung zu machen.

Dr. Wolters: Ist alles in Ordnung. Ich mach' den Schreibkram.

Elena Bach: Dankeschön.

Dr. Wolters: Es sieht so aus, als ob wir einen ruhigen Tag haben werden.

Elena Bach: Wiedersehen.

Dr. Wolters: Wiederschauen.

Professor Brinkmann und Schwester Christa am Strand auf Sylt.

Prof. Brinkmann: Hallo! Hallo!

Schwester Christa: Hach, wo kommst du her?

Prof. Brinkmann: Ich schwänze die Nachmittagsvorträge. (zu Jerry) Grüß dich mein Schatzele. Wie geht's dir?

Professor Brinkmann streichelt Jerry und übergibt Schwester Christa eine Tüte.

Prof. Brinkmann: Da, wie find'st du das?

Schwester Christa: Enorm, ooooch.

Prof. Brinkmann: Enorm, nicht?

Schwester Christa packt belegte Brötchen aus der Tüte aus.

Prof. Brinkmann: Was ist denn? Freust du dich überhaupt nicht? (zu Jerry) Komm', hopps!

Schwester Christa: Na, siehst doch wie ich mich freue.

Prof. Brinkmann: Jaja, einen Wagen habe ich auch gemietet. Da sind wir beweglicher.

Schwester Christa: Ich möchte aber lieber Boot fahren (stupst Professor Brinkmann an).

Prof. Brinkmann: Wo nimmst du ein Boot her?

Schwester Christa: Am Hafen kann man welche leihen, stell' dir vor.

Prof. Brinkmann: Sag' mal, du bist so unternehmungslustig. Ist was passiert?

Schwester Christa: Jawoll!

Prof. Brinkmann: Und was bitte?

Schwester Christa: Ich habe mich in einen Chefarzt verliebt.

Prof. Brinkmann: Na, da hast du dir aber was Tolles geangelt, du.

Schwester Christa: Fährst du mit?

Prof. Brinkmann: Natürlich, wenn ich der Chefarzt bin den du dir geangelt hast. Dann muss ich ja wohl, nicht?

Schwester Christa: Na, warum?

Prof. Brinkmann: Was?

Schwester Christa: Der Vormittag ohne dich war sehr schön. Ich habe ein paar Mal sehr über dich gelacht.

Prof. Brinkmann: Über mich? Warum?

Schwester Christa: Naja, was hast du gesagt? Wenn wir nun morgen früh zusammen aus dem Zimmer kommen und das... äh... Personal. (lacht)

Prof. Brinkmann: Du, hör' mal zu. Hör' mal zu. Ich bin eine Respektsperson, ja?

Schwester Christa: Achso?

Prof. Brinkmann: Du hast kein Recht dich über mich lustig zu machen.

Schwester Christa: Ach nein?

Prof. Brinkmann: Nein, kein Recht hast du dazu dich über mich lustig zu machen. Verstehst du mich?

Professor Brinkmann und Schwester Christa küssen sich lachend.

Prof. Brinkmann: Das ist was Ernstes. Oder?

Schwester Christa nickt. Sie küssen sich erneut.

Die Ereignisse überschlage sich. Professor Brinkmann und Schwester Christa fahren mit einem Fischkutter. Elena Bach ist mit ihrem Auto unterwegs im Schwarzwald. Es kommt zum Unfall. Ein Auto hält an, der Fahrer eilt zur Unfallstelle. Dr. Marker kommt zufällig vorbei und wird vom Fahrer herbeigewunken.

Fahrer: Hey! Hallo! Halten sie mal an! Kommen sie, kommen sie schnell.

Dr. Marker: Was ist denn passiert?

Fahrer: Helfen sie mir. Die Frau ist eingeklemmt.

Dr. Marker: Ja, natürlich nicht angeschnallt. Lassen sie mich mal mache, ich bin Arzt.

Dr. Marker zieht Elena Bach vorsichtig aus dem Auto.

Fahrer: Geht's?

Dr. Marker: Ja. Nehmen sie die Füße, aber behutsam. Ganz vorsichtig. Auf dem Beifahrersitz ist ein Mantel. Geben sie den her. Den brauchen wir unterm Kopf.

Fahrer: Ja.

Dr. Marker: Vorsicht, Vorsicht! Noch ein bisschen weiter. So.

Professor Brinkmann und Schwester Christa auf dem Fischkutter.

Prof. Brinkmann: Du hör' mal, ich hab' mir mal deine Personalakte angesehen.

Schwester Christa: Aha.

Prof. Brinkmann: Du hast das Abitur mit Auszeichnung.

Schwester Christa: Ja!

Prof. Brinkmann: Ja! Hast du nie daran gedacht das Studium wieder aufzunehmen?

Schwester Christa: Nein.

Prof. Brinkmann: Warum nicht? Hast du Angst, dass du es nicht schaffst?

Schwester Christa: Nein. Aber ich müsste Rücklagen bilden. Vier Jahre sparen und vier Jahre Studium, dann bin ich eine alte Frau.

Prof. Brinkmann: Alte Frau. Bist du wahnsinnig?

Schwester Christa: Und außerdem, weißt du, wenn man erstmal seine Träume und seine Hoffnungen begraben hat.

Prof. Brinkmann: Begraben, begraben, mein Gott.

Schwester Christa: Bin ich als Krankenschwester für dich nicht akzeptabel?

Prof. Brinkmann: Du, red' mir nicht solchen Unsinn. Darum dreht sich's doch gar nicht. Es dreht sich darum... oder die Frage ist...

Schwester Christa: Ja?

Prof. Brinkmann: ...ob du meine Frau werden willst... oder Ärztin. Oder vielleicht beides.

Schwester Christa: Soweit denkst du?

Prof. Brinkmann: Das ist nicht weit. Das ist ganz nah. Das ist meine Zukunft. Unsere Zukunft wenn du willst.

Schwester Christa: Danke, Klaus. Ich werde über unsere Zukunft nachdenken.

Der Rettungswagen mit Elena Bach ist unterwegs zur "Schwarzwaldklinik". Währenddessen auf Sylt. Professor Brinkmann und Schwester Christa in den Dünen.

Schwester Christa: Klaus?

Prof. Brinkmann: Ja.

Schwester Christa: Hattest du Skrupel wegen...

Prof. Brinkmann: Wegen?

Schwester Christa: Na, wegen Udo.

Prof. Brinkmann: Also Skrupel eigentlich nicht, aber eine... eine gewisse... eine gewisse Scheu, weißt du? Ach, ich weiß überhaupt nicht, wie ich es dir sagen soll.

Schwester Christa: Du?

Prof. Brinkmann: Ha?

Schwester Christa: Es war kein intimes Verhältnis. Es hätte aber eins werden können.

Prof. Brinkmann: Wenn dieses halbnackte Mädchen nicht bei uns im Garten gelegen wäre, was?

Schwester Christa: Hmmmm (zustimmend).

Prof. Brinkmann: Na, da bin ich aber froh, dass dieses halbnackte Mädchen im Garten gelegen ist.

Schwester Christa: Heut' bin ich darüber auch sehr froh. Du hast ein sehr kompliziertes Verhältnis zu deinem Sohn.

Prof. Brinkmann: Ja, das kann man wohl sagen. Das begann damals als meine Frau starb. Sie war krank, sehr krank. Und als sie starb war ich auf einem medizinischen Symposium in Münster. Wegen einer jungen Kollegin blieb ich einen Tag länger als vorgesehen. Sie war auf einem Forschungslehrgang in San Francisco über moderne Anwendungsmethoden in der Anästhesie und ich brachte sie in ihr Hotel um mehr darüber zu wissen.

Schwester Christa: Frau Doktor Bach?

Prof. Brinkmann: Ja. Und als mein Sohn anrief um mir zu sagen, wie... wie schlecht es um meine Frau stand, da war ich eben nicht erreichbar.

Schwester Christa: Und?

Prof. Brinkmann: Und? Gar nichts und. Ich kann nur annehmen, dass er glaubt ich hätte meine Frau in ihrer Todesnacht betrogen.

Schwester Christa: Warum hast du's nicht richtig gestellt?

Prof. Brinkmann: Wenn ein Vorwurf nicht formuliert wird?

Schwester Christa: Dann korrigierst du ihn auch nicht?

Prof. Brinkmann: Nein. Und außerdem muss ich dir sagen hatte ich Angst durch die Beschwörung meiner Unschuld erst richtig unglaubwürdig zu erscheinen. Später, viel später, nach einem Jahr ungefähr, habe ich mich mit Elena Bach befreundet. Und davor hatte ich mit mir und mit meiner Trauer genug zu tun, als dass ich auch noch Lust gehabt hätte auf eine... auf eine Konfliktbereinigung mit Udo. Ich fand das alles so lästig, so... so ungerecht und unverschämt. Der Sohn als Richter. Als ob ich einen Richter gebraucht hätte.

Schwester Christa: Du hast dich natürlich selbst angeklagt.

Prof. Brinkmann: Tja, natürlich. Natürlich hat mir Elena Bach sofort gefallen, nicht? Und mein wissenschaftliches Interesse war nur ein Vowand sie näher kennenzulernen.

Schwester Christa: Tja, aber... dann waren doch Udos Verhaltensstörungen, oder wie immer man das nennen mag, gar nicht so unbegründet.

Prof. Brinkmann: Ja, vielleicht nicht. Ich weiß es nicht. Ich bin Chirurg und kein Psychoanalytiker.

Elena Bach wird in die "Schwarzwaldklinik" eingeliefert.

Dr. Marker: Vorsicht im Beckenbereich.

Elena Bach wird aus dem Rettungswagen geholt. Udo, Dr. Rens und Dr. Wolters kommen hinzu.

Dr. Marker: Schwere Brustkorbquetschungen und Verletzung im Bauchraum. Ich hab' trotzdem massiert trotz der Verletzungen, weil sie sonst keine Chance gehabt hätte.

Dr. Wolters: Das ist ja Frau Dr. Bach.

Dr. Rens: Ja.

Dr. Wolters: Gleich auf die Intensive.

Professor Brinkmann und Schwester Christa kehren in ein Gasthaus ein.

Kellnerin: Guten Tag.

Prof. Brinkmann: Tag.

Kellnerin: Was kann ich für sie tun?

Prof. Brinkmann: Zwei Kaffee, bitte.

Kellnerin: Gerne.

Prof. Brinkmann: Hach, ich könnte platzen vor Wohlbefinden. So schön ist das. Keiner schreit nach mir. Keiner fragt nach Autopsieberichten, keiner will eine Diagnose von mir abgesichert haben, keiner gibt mir ein Skalpell in die Hand. Hach, ich möchte hier ewig mit dir sitzen. Sag' mal, wie nennt man das? Dafür gibt's doch ein Wort. Wie heißt das?

Schwester Christa: Glück.

In Professsor Brinkmanns Hotel. Fräulein Meis versucht Professor Brinkmann telefonisch zu erreichen.

Rezeptionistin: Doch, wie ich bereits sagte abgereist. Herr Professor Brinkmann hat angerufen und sein Gepäck von einem Taxifahrer abholen lassen.

Fräulein Meis: Ja können sie denn den Taxifahrer denn nicht ermitteln? Ja gut, danke.

Fräulein Meis und Udo im Gespräch.

Fräulein Meis: Die neue Unterkunft ist nicht bekannt und die Kongressleitung hat auch keine Ahnung.

Udo: Haben wir die... die Urlaubsanschrift von Schwester Christa in Kampen?

Fräulein Meis: Ja, natürlich. Soll ich da anrufen?

Udo: Jaja.

Verwaltungsdirektor Mühlmann kommt rein.

Mühlmann: Brösinger kommt nicht. Auch nicht in absehbarer Zeit. Da ist ein Privatflugzeug abgestürzt, zwei Notoperationen.

Udo: Auch das noch.

Mühlmann: Tja.

Fräulein Meis erreicht telefonisch Schwester Christas Pension.

Fräulein Meis: Ja, guten Tag, hier ist die Schwarzwaldklinik. Können sie mir Christa Mehnert geben, bitte? Nicht da. Ja, wir erwarten dann dringend ihren Rückruf. Vergessen sie es aber bitte nicht.

Udo: Augenblick.

Fräulein Meis: Moment bitte.

Udo: Fragen sie ob mein Vater auch dort wohnt.

Fräulein Meis: Ja. Wohnt Professor Brinkmann auch bei ihnen? Ja, dann soll er zurückrufen. Sofort und dringend, bitte.

Fräulein Meis legt den Hörer auf.

Fräulein Meis: Sie sind zusammen unterwegs und kommen wahrscheinlich erst am Abend zurück, sagt die Pensionswirtin.

Udo: Das kommt mir irgendwie bekannt vor.

Mühlmann: Wie bitte?

Udo: Nichts.

Auf der Intensivstation.

Arzt: Die Abbrüche vom Rande der Beckenschaufel sind wegen der Blutungsgefahr sehr ernst zu nehmen. Eine Mitverletzung des Darms kann ich nicht ausschließen. Alles in allem sieht's nicht gut aus.

Udo: Die Atemnot kommt durch eine Atelektase in einem Teil der Lunge zustande. Es muss eine gebrochene Rippe die Lunge angestochen haben. Ohne Operation lässt sich das nicht exakt analysieren, aber ohne exakte Analyse ist jede Operation sinnlos.

Dr. Wolters: Eine Operation scheint sich zu verbieten, schon des schlechten Allgemeinzustandes wegen.

Dr. Rens: Und auch mehr Adrenalin können wir wohl nicht geben, oder?

Udo: Auf keinen Fall.

Dr. Rens: Befürchtest du keine Embolie?

Udo: Ich befürchte noch viel mehr. Was sollen wir machen?

Lernschwester Elke tritt ein.

Lernschwester Elke: Professor Brösinger ist wird in spätestens zwei Stunden hier sein.

Udo: Danke.

Arzt: Sie entschuldigen mich.

Udo: Dass sie überhaupt noch lebt bei diesen Verletzungen.

Dr. Wolters: Die Chancen sind sowieso gleich Null. Sagen wir Null Komma Eins.

Udo: Ist jemand der Meinung, dass wir operieren sollten? Ist jemand der Meinung, dass wir nicht operieren und auf Dr. Brösinger warten sollten? Ich schließe mich ihrer Auffassung an.

 

 

 

 

 

 

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