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Die Schwarzwaldklinik

 

Die Entführung (1)

 

 

Im Schwesternzimmer. Kleines Geburtstagsständchen für Schwester Christa.

Alle Krankenschwestern singen: Happy Birthday to you, Happy Birthday to you, Happy Birthday liebe Christa, Happy Birthday to you.

Schwester Chista: Dankeschön.

Schwester Christa nimmt eine Geburtstagstorte entgegen.

Oberschwester Hildegard: Hat der Chef eigentlich schon gratuliert?

Schwester Christa wendet sich von Oberschwester Hildegard ab.

Drei Räuber überfallen eine Bank.

Heinz: Los, voll machen. Aber alles. 

Eine Kundin kommt rein. Sie wird von einem der Bankräuber festgehalten.

Mattes: Mach, was wir sagen, sonst ist die Oma hier ne Leiche.

Kundin: Oh nein, bitte, bitte nicht, ich will doch nur meine Rente holen.

Mattes: Ja, Du kriegst Deine Rente, wenn hier alles gelaufen ist. Na los, los.

Heinz: Tempo, Tempo, sonst knallts.

Kundin: Ich bin doch eine alte kranke Frau.

Mattes: Jaja.

Kundin: Hilfe! Hilfe! (fällt um)

Mattes: Mach schon.

Willi: Los, alle Scheine.

Heinz: Hier, fang.

Die Bankangestellte tritt mit dem Fuß auf den Alarmknopf.

Heinz: Tür aufmachen! Na los! Komm!

Heinz sperrt die Bankangestellte in einen Raum.

Die Polizei trifft ein.

Mattes: Alles ok? Los, raus!

Polizist: Stehen bleiben! Polizei!

Polizisten und Bankräuber schießen aufeinander. Die Bankräuber flüchten.

Polizist: Hier 1-2-73. Täter nach Schusswechsel flüchtig, stiegen in einen Range Rover ein...

Die Polizei nimmt die Verfolgung auf.

Im Auto der Bankräuber. Heinz stöhnt vor Schmerzen. Er wurde getroffen.

Mattes: Tut's weh?

Heinz: Blöde Frage. Denkst Du, das tut gut?

Mattes: Hey, lass mal sehen.

Eine große Schusswunde kommt zum Vorschein.

Mattes: Oh. Hier, tu das drauf. Halt fest. Da schau, dafür haben wir das, wa? Hahaha. Ha? Nicht schlecht?

Mattes holt den Sack mit dem Geld raus.

Heinz: Das sind doch alles nur kleine Scheine.

Mattes: Ach, Quatsch. Drunter sind die Hunderter.

Willi: Mensch, haltet endlich mal die Klappe. Hört Ihr nicht? Die sind immer noch hinter uns her.

Mattes: Hach, dann gib Gas.

Die Verfolgungsjagd geht weiter.

Willi: Verdammte Scheiße.

Mattes: Was ist denn?

Willi: Na sieh Dir das doch mal an. Die Leute direkt vor unserem Auto. Hier können wir doch nicht wechseln.

Mattes: Fahr weiter.

Willi: Weit kommen wir nicht mit unserem Geld sag ich Dir. Die haben doch bestimmt schon inzwischen alles abgesperrt.

Heinz: Das blutet ja wie Sau.

Mattes: Halt drauf.

Die Polizei ist immer noch hinterher.

Mattes: Wo fährst Du denn jetzt hin.

Willi: Wirst Du schon sehen. Wir müssen umdisponieren, mensch, ist doch klar. Wenn der Bus mit den blöden Ausflüglern weg ist, dann holen wir unser Auto.

Die Bankräuber schaffen es die Polizei im Wald abzuhängen.

Pfleger Mischa räumt Verbandsmaterial ein.

Oberschwester Hildegard: Warum sortieren Sie die nicht richtig?

Pfleger Mischa: Wozu denn sortieren? Werden doch eh gleich gebraucht.

Oberschwester Hildegard: Sie sollen nicht immer widersprechen. Ordnung ist das halbe Leben.

Pfleger Mischa: Jawoll, und Unterordnung die andere Hälfte.

Oberschwester Hildegard: Unverschämtheit.

Professor Brinkmann steht im Flur und beobachtet die Situation.

Pfleger Mischa: Tag Herr Professor.

Prof. Brinkmann: Na? Wieder Zoff mit Hildegard?

Pfleger Mischa: Die labert und labert. Ich hab mal ne Frage.

Prof. Brinkmann: Ja?

Pfleger Mischa: Warum müssen Bettlaken absolut faltenfrei sein, wenn ne Chefvisite ansteht?

Prof. Brinkmann: Weiß ich nicht.

Pfleger Mischa: Sie weiß es aber. Weils schon immer so war. Und jetzt frage ich mich, ist etwas nur richtig, weil es schon immer so war.

Prof. Brinkmann: Nicht unbedingt.

Pfleger Mischa: Na, sehen Sie? Ihr genügts nicht keine eigene Meinung zu haben, sondern muss auch unfähig sein die auszudrücken.

Prof. Brinkmann: Mensch, Du bist schon ne Marke. Behältst Du eine vertrauliche Information für Dich?

Pfleger Mischa: Logo.

Prof. Brinkmann: Mich nervt die auch manchmal.

Pfleger Mischa mit Daumen nach oben.

Professor Brinkmann trifft auf Schwester Christa.

Prof. Brinkmann: Na?

Schwester Christa: Ich gebe einen Empfang heute Abend. Kommst Du?

Prof. Brinkmann: Natürlich. Ich muss Dir noch mein Geschenk überreichen. Großer Empfang?

Schwester Christa: Sehr groß. Zwei Personen. Du und ich.

Prof. Brinkmann: Solche Empfänge liebe ich.

Schwester Christa: Gegen zehn? Bis neun habe ich Dienst.

Prof. Brinkmann: Abgemacht.

Professor Brinkmann streicht Schwester Christa über die Wange und geht.

Auf dem Flur trifft Professor Brinkmann auf Dr. Bach. Die Kundin aus der Bank wird gerade eingeliefert. 

Prof. Brinkmann: Ein Neuzugang?

Dr. Bach: Ja, Kreislaufzusammenbruch, aber es geht schon wieder. Die Frau ist von den Männern bedrängt worden, die die Sparkasse in Schluchsee überfallen haben.

Prof. Brinkmann: Ahja, das habe ich vorhin im Radio gehört.

Professor Brinkmann macht sich auf den Weg in sein Zimmer.

Im Versteck der Bankräuber.

Willi: Alles klar. Hier können wir vorläufig bleiben.

Mattes: Und wenn der Besitzer kommt?

Willi: Na, der kommt schon nicht. Das ist ein Pfadfinderhaus.

Mattes: Los, steig aus. Komm. Gehts?

Heinz: Muss ja.

Mattes und Heinz gehen ins Haus während Willi das Auto versteckt.

Mattes: Komm hier rein.

Willi: Na sieh mal. Hier sind wir ja richtig.

Willi holt Verbandsmaterial aus einem kleinen Schränkchen.

Mattes sieht sich die Wunde von Heinz an.

Mattes: Lass mal sehen.

Heinz: Au!

Willi: Reg Dich nicht auf. Das blutet ja nicht mehr.

Mattes: Verbinde ihn. Ich geh mal nach draussen und pass auf.

Willi: Ok. So, jetzt beiß mal die Zähne zusammen.

Polizisten besprechen auf dem Revier die Lage.

Kripobeamter: (auf eine Landkarte zeigend) Also hier, hier, hier und hier haben wir Sperren errichtet. Da können sie also schon unmöglich durch sein. Also müssen sie sich noch innerhalb der äußeren Absperrung aufhalten. 

Polizist: Na, vielleicht sind sie ja nach Hause. Dann brauchen sie auch keinen Ausbruchsversuch zu machen.

Kripobeamter: Das ist richtig. Aber wir müssen's darauf ankommen lassen. Der Range Rover wurde übrigens in Freiburg gestohlen.

Polizist: Mit dem werdens ja wohl nicht mehr unterwegs sei.

Kripobeamter: Vielleicht doch. Am Rastplatz bei Menzenschwand ist ein ebenfalls gestohlener Wagen entdeckt worden. Vielleicht versuchen sie ihn zu holen. Dann tappen sie in eine Falle.

Im Versteck der Bankräuber.

Willi: Nein, das werden wir nicht tun.

Mattes: Das hast Du vor ner Stunde selber gesagt.

Willi: Vor ner Stunde ja, aber inzwischen habe ich nachgedacht. Das Auto auf dem Rastplatz vergessen wir. Wir nehmen ein anderes.

Mattes: Tja, und woher?

Willi: Das ist Dein Problem. Du bist der Boss. Also besorg das.

Mattes: Soll ich vielleicht von hier zu Fuß latschen?

Willi: Hinten im Schuppen ist ein Fahrrad. Aber nimm nicht irgend so eine Kiste, die vor nem Lokal parkt. Das wird zu schnell gemerkt.

Mattes: Ich bin ja nicht ganz blöd.

Willi: Bis morgen früh müssen wir mit dem Auto sicher sein. Solange wird der Arzt zu tun haben.

Mattes: Wer?

Willi: Der Arzt. Oder meinst Du, das Loch in der Schulter heilt von alleine?

Mattes: Und woher willst Du mitten in der Nacht eine Arzt finden, der auch noch den Mund hält?

Willi: Darüber denke ich nach, während Du das Auto besorgst. Na, sieh Dir Deinen Bruder mal an. Er ist ja schon ganz blass im Gesicht.

Mattes: Ok ok, ich geh schon.

Mattes macht sich auf den Weg.

Willi: Na? Hälst Du durch?

Heinz: Klar, alles halb so wild.

Willi: Wird schon werden, oder? Tja, dann wollen wir jetzt mal das Geld zählen, mmmh?

Mattes auf dem Weg mit dem Fahrrad zum Parkplatz mit dem gestohlenen Auto. Er sieht sich um und entdeckt einen Streifenwagen der Polizei hinter einem Holzstapel. Er fährt weiter. Wenig später kommt er mit einem anderen gestohlenen Auto zurück zum Versteck.

Im Haus von Professor Brinkmann. Das Telefon klingelt. Käti geht dran.

Käti: Bei Professor Brinkmann?

Am anderen Ende spricht Willi.

Willi: Ja, guten Abend. Hier ist Doktor Schute. Ist der Professor zu Hause?

Käti: Nein, leider nicht. Soll ich was ausrichten?

Willi: Nein nein, ... äh... ist er noch in der Klinik?

Käti: Auch nicht. Er hat vor ein paar Minuten angerufen, dass er gleich nach Hause kommt.

Willi: Äh... na gut... ich melde mich dann später wieder, danke.

Willi legt auf.

Mattes: Keine Sorge, wir sind gleich wieder da, mmmh? Los, wir gehen.

Professor Brinkmann kommt nach Hause. Willi und Mattes passen ihn vor dem Tor ab.

Willi: Professor Brinkmann?

Prof. Brinkmann: Ja? Was soll der Quatsch?

Willi: Das ist ein Quatsch. Es ist ernst. Sie müssen operieren.

Prof. Brinkmann: Ahja? Wen denn?

Mattes: Einen Verletzten. Steigen Sie bitte ein, wir fahren mit Ihnen.

Prof. Brinkmann: Operieren kann ich nur in der Klinik.

Willi: Wieso? Haben Sie denn keine Instrumente dabei?

Prof. Brinkmann: Oh ja, für leichte Notfälle.

Mattes: Es ist ein leichter Notfall. Los, steigen Sie ein.

Prof. Brinkmann: Seid Ihr die Bankräuber von Schluchsee? Ich hab das im Radio gehört.

Willi: Keine Fragen. Wenn Sie tun, was wir sagen, passiert Ihnen nichts.

Prof. Brinkmann: Wollen Sie mir auch vorschreiben, wie ich zu operieren habe ohne Narkose?

Schwester Christa bereitet alles vor für die Geburtstagsfeier. Sie freut sich auf Professor Brinkmanns Besuch.

Professor Brinkmann untersucht Heinz im Versteck.

Prof. Brinkmann: Das ist kein leichter Notfall. Die Kugel steckt noch in der Schulter.

Willi: Sie haben doch hoffentlich ein kleines Operationsbesteck dabei, oder?

Prof. Brinkmann: Das geht nur unter Vollnarkose.

Willi: In Westernfilmen macht man das auch immer mit Whisky.

Prof. Brinkmann: In Westernfilmen, ja.

Mattes: Also los, mann.

Prof. Brinkmann: Ihr wollt doch, dass er überlebt, nicht?

Heinz: Macht bloß keinen Quatsch mit mir.

Willi: Ok. Wer war die Frau in Ihrem Haus? Ihre Frau?

Prof. Brinkmann: Meine Haushälterin.

Willi: Na schön, dann habe ich eine Idee. Sie operieren unseren Freund in der Klinik und zwar sofort.

Mattes: Kapiert?

Heinz stöhnt vor Schmerzen.

Willi: Haben Sie was gegen seine Schmerzen?

Prof. Brinkmann: Ja.

Professor Brinkmann bereitet eine Spritze vor.

Schwester Christa wartet noch immer auf Professor Brinkmann. Sie ruft Käti an.

Käti: Bei Professor Brinkmann?

Schwester Christa: Ja, hier ist Schwester Christa, Käti. Ist der Professor da?

Käti: Nein, eben nicht. Ich dachte schon er ist es. Er hat vor einer Stunde angerufen, dass er in fünf Minuten nach Hause kommt. Ich weiß auch nicht, wo er bleibt.

Schwester Christa: Naja, vielleicht war noch ein Notfall. Ich ruf noch einmal in der Klinik an.

Käti: Ja, machen Sie das, Christa.

Schwester Christa: Ja, danke.

Schwester Christa legt auf und versucht es in der Klinik. Am Telefon von Professor Brinkmann nimmt keiner ab. Als nächstes wählt Schwester Christa die Nummer vom Schwesternzimmer. Lernschwester Elke nimmt ab. 

Lernschwester Elke: Hallo? Hier Schwester Elke?

Schwester Christa: Ja, hier ist Christa. Ist der Professor noch im Haus?

Lernschwester Elke: Ach Du, Christa. Nein, der ist schon lange weg. Ich habe ihn selber abfahren sehen.

Schwester Christa: Danke.

Schwester Christa legt auf. Sie macht sich Sorgen.

Im Haus von Professor Brinkmann. Die Haustür wird aufgeschlossen.

Käti: Na, da bist Du ja endlich. Christa hat schon angerufen...

Professor Brinkmann und Willi stehen im Flur.

Prof. Brinkmann: Keine Angst, Käti. Dieser junge Mann will nur solange bei Dir bleiben, bis ich in der Klinik einen Verletzten operiert habe und dann verlässt er Dich wieder.

Willi: So ist es. Wenn Sie keine Sperenzchen machen passiert Ihnen nichts. Sie können jetzt an Ihre Arbeit gehen, Professor.

Prof. Brinkmann: Mach, was er sagt, hörst Du. Es ist besser.

Willi: Na los, wirds bald.

Professor Brinkmann verlässt das Haus.

Willi: Keine Angst, Omi. Wenn Du schön artig bist, geht das Ding auch nicht los. Los, da rein.

Käti: Ich verbitte mir diese Ausdrucksweise.

Willi: Ja, ist recht, gnädige Frau.

Käti: Bist Du einer der... der Bankräuber?

Willi: Was heißt hier Du? Haben wir Brüderschaft getrunken, oder was?

Jerry macht Männchen. Willi geht zu ihm hin.

Willi: Ja, ein ganz braver Hund.

Professor Brinkmann kommt mit Heinz und Mattes in die Klinik. Dr. Bach kommt aus dem Ärztezimmer.

Prof. Brinkmann: Elena. Gut, dass Du da bist. Dieser junge Mann hier hat eine Kugel im Schultergelenk, wir müssen operieren. Sag der Nachtschwester Bescheid, ja? Bitte, ... ruf nicht die Polizei an. Einer von denen hat Käti als Geisel.

Mattes: Weiter.

Schwester Christa wartet weiterhin ungeduldig auf Professor Brinkmann.

Im Haus von Professor Brinkmann. Käti widmet sich ihrer Arbeit mit den Puppen.

Willi: Mmmh, ist das für mich, Oma?

Käti: Bitte, bedienen Sie sich.

Willi: Schmeckt ausgezeichnet.

Willi entdeckt ein Geschenk auf dem Tisch.

Willi: Was is'n da drin?

Käti: Bandit elender, das ist ein Geschenk.

Käti nimmt das Geschenk an sich und es wird ihr gleich wieder weggerissen.

Willi: Was sind denn das für Ausdrücke, Oma? Ich nehm's ja auch nur als Geschenk.

Eine Uhr kommt zum Vorschein. Käti versucht die Uhr wegzunehmen und bekommt von Willi einen Klatscher auf die Finger.

Das Telefon klingelt.

Willi: Aber kein falsches Wort.

Käti: Ja.

Käti geht ans Telefon.

Käti: Bei Professor Brinkmann.

Schwester Christa ist am anderen Ende.

Schwester Christa: Käti, hier ist nochmal Christa. Ist er immer noch nicht gekommen?

Käti: Nein.

Schwester Christa: Ja.... äh... in der Klinik ist er auch nicht. Was kann denn passiert sein?

Käti: Nichts, nichts.

Schwester Christa: Soll ich... soll ich vielleicht mal vorbeikommen?

Käti: Nein, ich geh jetzt schlafen.

Käti legt den Hörer auf. Schwester Christa ist verwundert.

Schwester Christa: So, na gut... ich auch.

 

 

 

 

 

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